1994 Buch Nie werde ich vergessen

Hinweis:  Klick auf Bild= groß       Bild links oder Bild rechts  = Wechseln       Zurück = am Rand klicken

1994 haben Hans Hübl und Nikolaus Saller als “Arbeitsgemeinschaft KZ-Transport 1945”

mit finanzieller Unterstützung durch die Gemeinde Fürstenstein das Buch  herausgegeben.

Es ist eine Dokumentation über den  KZ-Transport Buchenwald - Nammering - Dachau vom 7. bis 28. April 1945

(Die Dokumentation ist längst vergriffen, obwohl sie  4 mal nachgedruckt wurde.)

Die Artikel des Buches wurden hier in diesen gelben Textbereichen übernommen.

Statt eines Vorwortes

"Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart. Wer sich der Unmenschlichkeit nicht   erinnern will, der wird wieder anfällig für neue Ansteckungsgefahren...   Hitler hat stets damit gearbeitet, Vorurteile,  Feindschaften und Hass zu schüren.

Die Bitte an die jungen Menschen lautet: Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass gegen andere   Menschen."

(Bundespräsident Richard von Weizsäcker  in seiner Rede am 8. Mai 1985)    mehr          alles lesen

Einführung

Diese Dokumentation ist den ermordeten KZ-Häftlingen eines Transportzuges im April 1945 von Buchenwald nach Dachau gewidmet. Die Augenzeugenberichte und Bilder auf den folgenden Seiten sollen nachdenklich machen. Durch sie wird deutlich, was Menschen einander antun und wie Hass und Hetze "im Namen des deutschen Volkes" letztlich geendet haben. Nahezu alle ermordeten Häftlinge waren Menschen fremder Herkunft: Ausländer...

In einer Zeit, in der in Deutschland wiederum Menschen aus anderen Ländern bedroht werden und sogar um ihr Leben fürchten müssen, erhält diese Dokumentation eine schmerzliche Aktualität und Notwendigkeit.

Das Bahngelände in Nammering wurde in den Wirren der letzten Kriegstage für viele KZ- Häftlinge zur letzten Station ihres Lebens. Dieses Massaker der SS an wehrlosen Menschen ist als ein Teil der deutschen Vergangenheit auch mit der Heimatgeschichte unserer Region mit ihren Bewohnern leidvoll aber unauflöslich verbunden. Hieraus erwächst eine besondere Verantwortung für die Pflege des Andenkens an diese 794 Opfer des Nationalsozialismus.

Nach dem Kriegsende kamen zahlreiche NS-Täter ohne Strafe davon und nicht wenige entzogen sich den Gerichten durch die Flucht ins Ausland. Andere überzeugte Partei- genossen Hitlers fanden schnell ihren Platz

in der aufstrebenden Wohlstandsgesellschaft. Bei den wirklich Schuldigen war Reue oder gar Scham selten spürbar; und in den Schul- klassen der Nachkriegszeit erfuhren die Kinder von den Ns-Gräueln nur wenig oder gar nichts.

Rückblickend erweist sich die Auseinandersetzung mit den Verbrechen im so genannten "Dritten Reich" als völlig unzureichend. Heute formieren sich rechtsradikale Gruppierungen, in denen die Verbrechen des Hitler-Regimes geschönt dargestellt oder geleugnet werden.

Diese Dokumentation soll vor allem jungen Menschen die Möglichkeit geben, anhand von Augenzeugenberichten und Bildern ein eigenes Urteil zu finden. Obwohl die Berichte und Fotos den Betrachter nicht schonen, sind sie für einen wahrhaftigen Umgang mit unserer Geschichte unerlässlich.

Für alle, die diese Begegnung nicht scheuen, könnte die Botschaft der zu Tode Gequälten sein: "Schaut genau hin, was sie uns angetan haben. Helft mit, dass es nie mehr geschieht!"

Die Augenzeugenberichte sind so belassen, wie sie geschrieben wurden. Unvermeidliche Überschneidungen unterstreichen den Wahrheitsgehalt der Aufzeichnungen. Wir danken allen, die diese Dokumentation ermöglicht haben..